| Deutsch-russische Geschichtswerkstatt II |
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«Mythos, Helden, Untergang – Und was denken die Jungen über Stalingrad?» Der zweite Zyklus zum Erinnerungsort Stalingrad (Projektlaufzeit: Januar 2009 - Dezember 2010). Wir wenden uns vom offiziellen Erinnerungsbetrieb ab und widmen uns den Entdeckungen, die wir während des ersten Stalingrad-Zyklus machen konnten. Die Open-Space Veranstaltung in Wolgograd im März 2008, auf der wir die Ergebnisse aus dem ersten Zyklus präsentierten, machte deutlich: Einerseits interessieren sich zwar junge Menschen für die Schlacht von Stalingrad; andererseits suchen sie nach neuen Methoden der Erinnerung und des Umgangs mit der Erinnerung, weil die alten Inhalte und Methoden die Geschichte erstarren lassen. 12 Monate lang werden wir Reflexe von jungen Erwachsenen im Alter von 18-30 Jahren auf die offizielle Erinnerungskultur zu Stalingrad in Russland und Deutschland in Form von Liedtexten (Musik), Graffiti, Inszenierungen zu Feiern des Endes der Schlacht von Stalingrad, selbst erstellten Filmaufnahmen oder Ausgrabungen von Kriegsgegenständen, Chats im Internet oder Computerspielen untersuchen. Weitere Formen sind denkbar. Durch Interviews mit Vertretern und Vertreterinnen der von uns identifizierten Gruppen versuchen wir, Antworten drauf zu finden, was, wo, wie und weshalb erinnert wird. Wir möchten wissen, wie sich heute junge Russen und Deutsche die Geschichte der Schlacht von Stalingrad aneignen. Wie positionieren sie sich durch diese Aneignung gegenüber dem traditionellen Umgang mit dem Erinnerungsort Stalingrad einerseits und dem Ereignis andererseits? Die Resultate dieser Recherche wurden von uns für ein Ausstellungskonzept überarbeitet. Das Projekt wurde wie das Vorgängerprojekt von der Stiftung «Erinnerung, Verantwortung und Zukunft» und der Robert-Bosch Stiftung im Rahmen des Programms «Geschichtswerkstatt Europa» unterstützt. |